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Ich werde in den nächsten Zeilen darauf eingehen, welche Ausrüstung ich für das Reiten in Leichtheit auf dem Reitplatz oder in der Halle für sinnvoll erachte und welche No-Goes es für mich gibt.

Ich empfehle das Reiten mit Reitkappe und geeignetem Schuhwerk!

 

Pro Ausrüstung

 Gebiss

Das beste Gebiss für das Reiten in Leichtheit ist eine dünne einfach gebrochene Wassertrense, wie es sie häufig im Westernbereich gibt.

Snaffle-Bit "Sweet Iron", erhältlich z. B. bei Loesdau Artikel-Nr. 80628 für 19,95 €

 

Monsieur Racinet hat ein Gebiss entwickelt, welches durch magnetische Einlagen Widerstände des Pferdes beseitigen kann. Ein Foto davon seht Ihr hier:

Foto

Leider ist das Gebiss nicht mehr käuflich zu erwerben, ich bringe es gerne einmal zur Anschauung zum Unterricht mit und wenn es passt, können wir auch bei Ihrem Pferd einmal ausprobieren, ob eine Veränderung eintritt.

Das Argument vieler, dass man ohne Nasen- bzw. Sperrriemen dem Pferd das Gebiss durch das Maul zieht, sei hiermit entkräftet:

Es gibt zuhauf Westernreiter, die ihre Pferde sehr gut mit dieser Art Zäumung reiten, ja es ist geradezu die normalste und beste Art der Zäumung, egal ob mit einfacher Wassertrense (Snaffle-Bit) oder mit einem Gebiss mit Anzügen (Snaffle with Shanks). Auch Westernreiter reiten ihre Pferde am Anfang der Ausbildung und immer wieder zwischendurch  in Anlehnung. Der oftmals verwendete Kinnriemen, der verhindern soll, dass das Gebiss durch das Maul gezogen wird, ist meist derart lang verschnallt, dass er keine Wirkung hat. Demzufolge kann er also auch weggelassen werden.

Zäumung

Kopfstück ohne störendes Leder

Es ist völlig ausreichend eine einfache Trense ohne Nasenriemen und vor allem ohne Sperrriemen zu verwenden. Das sieht nicht nur schön und edel aus, sondern erlaubt dem Pferd auch die größtmögliche Freiheit. Weniger Leder am Kopf bedeutet auch weniger störendes und scheuerndes Material am Pferdekopf.

 

 

 


Zügel

 

Kandarenzügel Für die feine Hilfengebung sind einfache glatte Lederzügel unerlässlich, denn nur mit ihnen hat man ein feines Gespür für das Pferdemaul. Geeignet sind z. B. Kandarenzügel so wie diese hier: 

 

 

 

Gerte

Das Reiten mit Gerte hat den Vorteil, dass man jederzeit einen Hilfenverstärker zur Hand hat. Voraussetzung ist natürlich, dass der Umgang mit der Gerte bewusst und unter Berücksichtigung des Timings der Hilfen geschieht. Abzulehnen ist ein strafender Einsatz der Gerte. In meinem Unterricht gehe ich intensiv auf den richtigen Einsatz der Gerte ein.

Sattel

Racinet Sattel

Ideal ist ein Sattel, der dem Reiter und dem Pferd die größtmögliche Bewegungsfreiheit erlaubt unter dem Gesichtspunkt, dass man nah am Pferd sitzt. Aus m

 

einer Sicht hinderlich sind Pauschen, sowohl vor als auch hinter dem Knie und ein unnötig hochgezogener Hinterzwiesel, ein tiefer Sitz. Gut geeignet sind z. B. Barocksättel, aber auch Dressursättel, die nicht mehr als nötig Pauschen und einen flachen Sitz haben. 

 

Der Nachteil der heutigen Dressursättel ist, dass sie meist sehr in den Trapezmuskel und aufs Schulterblatt drücken. Dies kann toleriert werden, wenn das Pferd viel in der Dehnungshaltung, also vorwärts-abwärts gearbeitet wird. Sobald es aber an die Arbeit in Aufrichtung geht ist diese Art von Sattel contraproduktiv, da er das Pferd zu sehr einengt. Dazu ein einfacher Test:

Satteln Sie Ihr Pferd normal, also direkt hinter dem Schulterblatt. Dann steigen Sie auf und bitten jemanden das Pferd vorne zu halten. Legen Sie eine Hand zwischen Sattel und Pferd und fühlen Sie, wieviel Druck dort herrscht. Dann bitten Sie den Helfer das Pferd im Schritt zu führen. Schon jetzt wird ein unangenehmer Druck bemerkbar, wenn sich das Schulterblatt im Schritt nach hinten bewegt. Dann halten Sie wieder an und bitten den Helfer, den Kopf und Hals des Pferdes so anzuheben, dass eine Aufrichtung simuliert wird. Nun steigert sich der Druck des Sattels noch mehr.

Kappzaum

UnKappzaumerlässlich zum korrekten Longieren ist ein gut sitzender Kappzaum mit nicht zu dick gepolstertem Nasenteil.

 

 

 

Contra Ausrüstung

Gurtzügel mit Stegen sind völlig ungeeignet für eine feine Zügelführung, ebenso erschwert das Reiten mit Handschuhen eine gefühlvoll dosierte Hilfengebung.

Sperrriemen gehören m. E. niemals an eine Trense.

Zügelsnaps, also die Verbindung zwischen Trensenring und Zügel, sind auch ungeeignet.  Zügelsnaps

Durch diese metallische Extra-Verbindung zwischen Zügel und Trensenring wird die Zügelführung unnötig unruhig und eine feine Verbindung zum Pferdemaul erschwert.

Das Reiten mit Reithosen mit Vollbesatz hat den Nachteil, dass man nicht mehr fein mit dem Sitz arbeiten und diesen gegebenenfalls im Millimeterbereich rutschend verändern kann. Man klebt ja förmlich am Sattel.

 

Extra Thema Hilfszügel

Das Reiten mit Hilfszügeln KANN im Einzelfall für eine KURZE Zeit unter ANLEITUNG sinnvoll sein. Meist lassen sich die Probleme jedoch auch so lösen. Es gibt jedoch Situationen, in denen Hilfszügel dem Reiter oder dem Pferd die Verständigung und das Verständnis erleichtern.

 


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